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Made a gun with my fingers and shot at my friends – FUCKING WEREWOLF ASSO im JuZI

Unter Elektropunk versteht man ja so einiges, was bei näherer Betrachtung so gar nicht in eine Schublade passen will. Grob gesagt gibt es dieser Tage zwei Kategorien. Erstens die ganze „Raven gegen Deutschland“-Bum Bum-Techno-Geschichte und ihr Anhang, populär und mainstreamfähig geworden wohl vor allem durch das Label Audiolith Records und seine zahlreichen Acts, die mit fett produzierten Beats und bisweilen sogar recht authentischer Punk-Attitüde daherkommen. In dieser Kategorie geht es melodisch und rhythmisch in aller Regel sehr eingängig zu – partyorientiert eben. Und man kann, unabhängig davon was man grade im Blutkreislauf hat, die Faust schütteln und mitgrölen, weswegen mittlerweile solche fragwürdigen Gestalten wie „Frauenarzt“ und seine „Atzen“ erfolgreich auf den Musikstil aufspringen. Während man diese Sparte mit „Techno + irgendwie sowas wie Reste von Punk“ vielleicht ganz gut zusammenfassen kann, hat man es in der zweiten Kategorie schon schwerer.

Bei dieser handelt es sich um einen Haufen verschrobener Nerds und Kreativer, die mit immer neuen Kombinationen von Instrumenten, Stilelementen und performativen Ansätzen für Aufsehen sorgen, weil sie sich damit im Punk/DIY-Bereich Räume nehmen, die deren jugendkulturelle Szenespiessigkeit herausfordern, bisweilen sogar explizit in Frage stellen. Hier sieht es mit der Klingeltontauglichkeit schon schwieriger aus, auch wenn sich mittlerweile manche Leute an Hardcore mit Uraltcomputer-Sounds, Postpunk auf Gameboybasis oder total ramponierte Punk- / Zirkusmusik mit Synthesizern, Samplern und circuit bendings zu gewöhnen scheinen. Dies ist eine schöne schräge Welt, in der regelmäßig Hörgewohnheiten enttäuscht werden. Und es ist die Welt, in der FUCKING WEREWOLF ASSO zu hause sind.

Naja, zumindest musikalisch, denn die Band kommt, man ahnt es fast, aus Schweden. FWA fabrizieren eine punkige Emulsion aus Synthesizer-, Spielekonsole- und Keyboardsounds, gepaart mit knallendem Schlagzeug a la mclusky. Sehr verspielt ranken sich angeschrägte kinderliedartige Melodien um tightes Getrommel, während der Gesang, nunja, irgendwie eine überdrehte Emo-Kante beisteuert, die stimmlich sogar manchmal an the van pelt erinnert. Mit deren Musik hat das Schwedenduo ansonsten allerdings nicht viel gemeinsam. Statt bierernster Selbstbemitleidung, brillianter Prosa oder fundamentaler Systemkritik, gibt es in kleine Texthappen verpackte Einsichten in Alltagsepisoden und Phantasiewelten der Videospielgeneration, vermengt mit einer Menge Sprachwitz. So lassen sie auf ihrer aktuellen Scheibe „KID! JUST LETTING YOU KNOW THAT WE ARE DOING IT AGAIN…“ wissen, welche Probleme es mit sich bringt ein 400.000 Dollar teures Auto zu fahren, wenn man es denn hätte. Oder weisen darauf hin, dass unsere Kindheit nicht zurückkommt. Fragt sich, was besser ist: die Kindheit oder der Blick darauf zurück. In dieser musikalischen Verpackung sicher das letztere.

FUCKING WEREWOLf ASSO spielen am 10.03.2010 im JuZI-Proberaum.

Einlass ab 21:00 Uhr

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3 Kommentare »

  1. klingt tatsächlich vielversprechend… ich freu mich drauf!

    Comment von abdafüa — 3. März 2010 @ 23:22

  2. juter text!
    ich hab grad mal die myspacepräsenz gecheckt und jetz das bild im kopf, dass „the go team“ am NES sich mal richtig die kante geben :D
    ma gucken was es live und in farbe zu bestaunen gibt

    Comment von zushi — 5. März 2010 @ 18:37

  3. Ja sieht richtig interessant aus ich glaube ich hör mir mal die Cd an (:

    Mfg

    Comment von Tim — 22. April 2010 @ 07:15


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