Mo. 17.01.: Jan Fleischhauer mit „unter Linken“ im ZHG
Die Unionsnahen Gruppen haben der Göttinger Linken zuletzt 2009 ein gutes Angebot gemacht: Etwas länger ist es schon her, da hatten Junge Union und Junge Liberale die grandiose Idee, gegen einen Vortrag von Sahra Wagenknecht zu demonstrieren. Die Kleinstdemo wurde dann dank kräftiger Unterstützung linker – ähm – „Sympathisanten“ dann doch ein größerer Erfolg, auch wenn sich die Unterstützungsdemonstranten beim Absingen des Deutschlandlieds dann doch eher zurückhielten. Der RCDS als ebenfalls CDU-nahe Organisation hat dann in demselben Jahr mit seiner Veranstaltungsreihe zu „Extremismus“ ein besonderes Highlight gesetzt, die in Kooperation mit dem niedersächsischen Verfassungsschutz und mit von diesem gestellten Referenten stattfand (jedenfalls soweit sie denn stattfand).
Nachdem 2010 nicht viel mehr lief als die alljährliche traditionelle Brennereibesichtigung des RCDS in Nörten-Hardenberg, startet 2011 dann gleich mit einem Kracher:
Am kommenden Montag, den 17. Januar, hat der RCDS Göttingen einen Vortrag von Jan Fleischhauer im ZHG organisiert (Link zu Facebook). Das ganze dreht sich um Jan Fleischhauers Auseinandersetzung mit dem von ihm verspürten Zwang, konservativ werden zu müssen. Seitdem er den verspürt, versucht er ihn zu festigen, indem er sich Argumente sucht, was an Linkem und Kritischen schlecht ist. Das alles sammelt er dann unter dem Titel „Unter Linken“. Das ganze in Buchform wird von Konservativen, die sich ja eher selten Sticker an Rucksäcke kleben, auch gern aus identitären Gründen gut sichtbar ins Buchregal gestellt oder auf den Tisch gelegt, an dem sie gerade sitzen. Vor allem dürfte die große Errungenschaft des Werks sein, ein konservatives Buch mit kritischem Anspruch darstellen zu wollen.
Die Veranstaltung findet am Montag, 17.11., ab 18 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität statt. Der Raum soll noch bekanntgegeben werden.
Über ein Jahr ist es her, dass die Revolten im nahen Osten Europa in ihren Bann zogen. Mittlerweile ist die Situation diffus und schwer durchschaubar. Jetzt waren einige AktivistInnen aus Tunesien zu Besuch in Göttingen – Monsters hat mit Ihnen über die Situation in Tunesion und den Charakter linksradikaler Bewegungen im post-revolutionären Tunesien gesprochen.

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Hahaha! Wie es mal ein Freund ausgedrückt hat: „Mimimi, meine Mama die pöse Sozialdemokratin hat mich keine Comics lesen lassen, jetzt mag ich die Linken nicht mehr…“
Comment von Zong! — 11. Januar 2011 @ 17:53
Sehr guter Mann, der Fleischhauer, danke für den Veranstaltungstipp!
Comment von Stefan — 11. Januar 2011 @ 18:49
Oh nein! Die Brauereibesichtigung hätte ich gerne mitgemacht.
Comment von death_souls — 12. Januar 2011 @ 13:45
Die Veranstaltung findet im ZHG 007 statt.
Comment von Rakete — 12. Januar 2011 @ 14:27
Dieser Termin könnte eventuell wirklich interessant werden. Da heißt es doch bei Fleischhauer: er „hat alle linken Milieus durchlaufen: zu Hause, in der Schule, in der Journalistenausbildung und auch beim Spiegel. Er hat das alles auch brav, teilweise sogar mit Emphase mitgemacht, bis er irgendwann merkte: Links sein ist nichts für mich. «Am Anfang versuchte ich, meine konservativen Neigungen zu unterdrücken. Ich redete mir ein, sie würden vorbeigehen wie jugendliche Hitzewallungen. (…) Das Schwierigste für jeden späteren Konservativen ist immer das Coming-out.»“
Auweia, wenn bei solchen Unterdrückungs-Versuchen nicht schwerste psychische Störungen auftreten …! Vielleicht jedoch befindet sich Fleischhauer mit Blick auf Bernd Rabehl, Horst Mahler oder Klaus Rainer Röhl auch in „guter“ Gesellschaft ?!?
Aber der Untertitel von Fleischhauers Buch lautet ja bezeichnend: „Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“. Na wenn’s nur ein Versehen war …
Comment von muss ausgefüllt werden — 14. Januar 2011 @ 07:33
Meinen Gruß zuvor!
Ich persönlich finde es sehr begrüßenswert, dass mit seinem Buch einen weiteren Seitenhieb auf sich selbst als „kritisch“ bezeichnende Gutmenschen geschlagen hat. Sein Engagement in Göttingen kann ich nur gutheißen.
Linke: Wacht endlich auf und werdet erwachsen!
Comment von HolzBuxe3000 — 14. Januar 2011 @ 15:56
…sprach der Burschi aus der Holzminda
Comment von Rakete — 14. Januar 2011 @ 16:00
@HolzBuxe3000: „…älter werden, schützt nicht vor‘m dämlich sein.“
Comment von cyberpunk — 14. Januar 2011 @ 20:41
Ich hoffe nicht, dass jemensch auf die Idee kommt, da irgendwelche Kreativitäten abziehen zu wollen. Das kann nur ins Auge gehen und ich schäme mich jetzt schon ein wenig, wenn ich nur daran denke.
Comment von doppelell — 14. Januar 2011 @ 23:37
das die veranstaltung nicht störungsfrei abläuft wissen wir doch jetzt schon. schon wegen dem veranstalter!
ich finds gut
Comment von @doppelell — 15. Januar 2011 @ 00:17
Vielleicht hält sich die linke Front am besten einfach mal bedeckt an dem Montag und mach sich nicht noch lächerlicher, als sie ohne hin schon ist.
Comment von Marius — 15. Januar 2011 @ 14:10
@doppelell: „jemensch“? zieh doch auf eine insel!
Comment von omg! — 15. Januar 2011 @ 14:32
…eine einsame insel ohne geschlechter… ohne tiere…
Comment von omg! — 15. Januar 2011 @ 14:32
ach so: und am besten noch gleich HUMENSCH, statt HUMAN schreiben.
Comment von omg! — 15. Januar 2011 @ 14:34
und weil’s bei indy letztens stand: boykottiere auch gleich TWO AND A HALF MENSCH
Comment von omg! — 15. Januar 2011 @ 14:35
Feminismus im Alltag: http://www.youtube.com/watch?v=5AwUAQyh_gg
Comment von omg! — 15. Januar 2011 @ 14:40
Die Redaktion bittet um Mäßigung!
Comment von Rakete — 15. Januar 2011 @ 14:45
aus „jemand“ müsste streng genommen doch „jemenschd“ werden, oder?
Comment von mensch — 15. Januar 2011 @ 14:48
Da wird die Basis aber murren wenn für den „intellektuellen“ Quatsch eine Brauereibesichtigung ausfallen musste
Comment von Julian — 15. Januar 2011 @ 19:28
Das „man“ irgendwas mit Mann zu tun haben könnte, finden Schlechtmenschen scheinbar lustig…
Comment von Schmendi — 16. Januar 2011 @ 12:59
Don‘t feed the troll.
Comment von apl — 16. Januar 2011 @ 20:13
Das war nun irgendwie peinlich bei Anne Will. Der Politikprof hat sich aufgeführt, wie Fleischhauers Prototyplinker: Äpfel mit Birnen verglichen, ohne Respekt vor seinem Gegenüber, intolerant und nach fünf Minuten schon mit nem Nazi-Vergleich zur Hand.
Der hätte auch gut ins Göttinger StuPa gepasst…
Comment von bitter — 16. Januar 2011 @ 23:55
@Schmendi: Belege mir mal, was jemand mit Mann zu tun hat.
Comment von cpunk — 17. Januar 2011 @ 08:26
Ich durfte früher auch nur zu Kindergeburtstagen cola trinken.
Comment von Teilnehmer — 17. Januar 2011 @ 13:50
@cpunk
check this out:
http://www.gutefrage.net/frage/herkunft-des-indefinitpronomens-man
Comment von Schmendi — 17. Januar 2011 @ 15:08
Aber „man“ ist doch ein unbestimmtes Pronomen. Wenn gesagt wird: „Man hat die Klappe zu halten“, dann hat man sicherlich nicht nur schweigende Männer vor Augen.
Comment von lion — 17. Januar 2011 @ 16:13
„man ist der Nominativ Singular einer Vorläuferform von Mann und hat ursprünglich die Bedeutung jeder beliebige Mensch“.
Ich verstehe „jeder beliebige Mensch“ und deshalb bleibt es dabei, dass ich sicher niemals auf den Gedanken kommen würde, „jemensch“ zu sagen. Na ja, wenn man sonst keine Probleme hat und als Hobby hat, die Sprache zu verunstalten, dann ist ja alles in Butter auf dieser Welt, was?
Comment von cpunk — 17. Januar 2011 @ 17:07
laut rcds-facebookseite findet der vortrag nun in ZHG 008 statt.
Comment von hihi — 17. Januar 2011 @ 17:16
@cpunk
das problem ist hier m.E. das „mensch“ lange zeit einfach nur die bedeutung von „mann“ hatte. als vollwertige menschen galten nur männer. und darum wurden nur sie benannt.
Sprache und Gesellschaft sind halt nicht unabhängig voneinander, sondern hängen immer zusammen. Siehe auch hier:
http://www.180-grad.net/392
Comment von Schmendi — 17. Januar 2011 @ 17:43
Hab die Schlangen jungen Männer gesehen und hatte dann keine Lust mehr – war gut, Berichte bitte!
Comment von richard burton — 17. Januar 2011 @ 21:31
selten habe ich mich als Göttinger Linke (und als der möchte ich mich bezeichnen) so für meine Leute geschämt. Die Formulierung mit „Soll ich dir auf die Fresse hauen“ am Ende hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Wir haben uns dieses mal leider selbst demontiert und das unter Augen von zig RCDsler, Burschis und Konsorten.
Danke an alle Idioten, die da heute in dem Ausmaß dazwischen gerufen und sich verbale Entgleisungen geleistet haben, die ich sonst nur aus anderen Lagern kenne.
Comment von Simone — 17. Januar 2011 @ 21:50
ohoh, wenn du dich für andere Linke schämst, dann solltest du eher dein Verhältnis zu jenen reflektieren. Warum warst du denn dort anwesend? Wolltest du diskutieren? Wie war denn deine Form des Protests, wenn du schon andere Formen kritisierst?
Und ein Vergleich mit dem „anderen Lager“ bringen eigentlich immer nur zu Trollen mutierte Burschis und Nazis.
Haben wir da etwa einen erwischt?!
Comment von lion — 17. Januar 2011 @ 21:56
ich fand den auftritt selbst nicht stark, wir hätten dem fleischhauer nicht diese aufmerksamkeit geben dürfen.
Comment von death_souls — 17. Januar 2011 @ 22:42
nicht stark…das war kotze, genau das wollen die ´doch von uns sehen. da sind wir mal volle ´kanne ins offéne Messer gelaufen.
Comment von mesu — 17. Januar 2011 @ 23:26
das ganze war eine sehr peinliche veranstaltung und zwar von beiden seiten. ich, der mich selbst immer als linker gesehen habe, pflege stets nach dem grundsatz „ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“ zu leben.
links sein bedeutet freiheit, gleichheit und redefreiheit – auch und gerade FÜR andersdenkende. die störer heute waren keine linken, sie waren randalierer auf aller niedrigstem niveau, voller emotionen und bar jeder argumente. das schlimme ist aber, dass sie dabei jeden menschen der links denkt und fühlt in misskredit gebracht haben und die studentenschaft weiter gesapltet haben, anstatt an einem konsens für gemeinsame ziele zu arbeiten.
das ist vor allem deshalb so schade, weil fleischhauer nicht gerade ein argumentatives genie ist und so leicht mit sachlichen argumenten zu demaskieren gewesen wäre. aber anstatt sich zivilisiert mit dem politischen gegner außeinanderzusetzen hat man sich schlimmer aufgeführt als jedes tier. das ist der linken nicht würdig, das ist der studentenschaft nicht würdig, das ist einfach nur beschämend.
Comment von Fury — 18. Januar 2011 @ 00:50
@fury: sehe ich genauso wie du… peinlich war das.
Comment von wutzhans — 18. Januar 2011 @ 12:29
Die Veranstaltung war super! Die linken Clowns haben wie erwartet peinlich rumgebrüllt, beleidigt und sogar Prügel angedroht. Das ist kümmerlich, amüsant und armselig. Es muss echt scheiße sein, wenn man von 400 Leuten konsequent ausgebuht wird.
Aber wir sind ja nur Schafsvolk. HAHAHA!
Wollt ihr so Revolution machen? Indem ihr euch komplett der Lächerlichkeit preisgebt? Get a life, lefties!
Comment von Jeronimo — 18. Januar 2011 @ 12:34
Unser Veranstaltungsbericht: http://monsters.blogsport.de/2011/01/18/viel-applaus-fuer-scheisse/
Comment von Rakete — 18. Januar 2011 @ 13:04
Ich habe die Veranstaltung anfangs ebenfalls als sehr peinlich empfunden und glaube, dass Mensch mit einer solchen Politik des Störens nichts allzuviel erreicht. Andererseits wurde Herr Fleischhauer durch das Stören derart provoziert, dass er mit vielen intoleranten und sogar einigen rassistischen Äußerungen sein wahres Gesicht gezeigt hat, welches er in einem störungsfreien Raum so vielleicht nicht getan hätte. Ich habe mich anfangs für die Störenfriede geschämt und sie später aufgrund des Nazi-Vergleichs, dem Lächerlichmachen von selbstdefinierten Minderheiten, einem nicht mehr tragbaren Bezug zu Stuttgart 21 und vielen weiteren intoleranten Äußerungen des Vortragenden sogar verteidigt. Bei einer NPD-Veranstaltung hätte sich auch niemand darüber aufgeregt, wenn wir sie gestört hätten. Wut in der von mir gestern erfahrenen Form ist bei Menschen, die sich intensiver mit dem Verdrängungsmechanismus während und nach dem dritten Reich in unserem Land beschäftigt haben, durchaus nachvollziehbar. Da ich die Veranstaltung früher verlassen habe, weiß ich nicht, was noch alles vorgefallen ist.
Unabhängig davon sind die Inhalte des Herrn Fleischhauer derart pauschalisierend und rassistisch gefärbt, dass die Anhänger eines solchen Buches sich durch kritische Äußerungen von moderat auftretenden „Linken“ nicht unbedingt eines Besseren belehren lassen. Nichtsdestotrotz hätte ich es lieber gesehen, wenn sich die Teilnehmer des sehr heterogenen linken Milieus mehr zurückgehalten und die Kontrolle behalten hätten, denn mit einem mehr selbstbewussten souveränen Auftreten erreicht Mensch am meisten.
Comment von Markus — 18. Januar 2011 @ 16:44
haha, wenn ich das so lese wünsche ich mir fast ich hätte gestern meinen arsch hoch gekriegt und wäre hingegangen, einfach um diese verkappt faschistischen, intolleranten pseudo- lifestylelinken in aktion zu erleben…“Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“ Nein, er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus“
Comment von score — 18. Januar 2011 @ 22:09
ein wunderbares Beispiel für Personen, die einfach nicht verstanden haben was Demokratie eigentlich bedeutet!(Damit ist definitiv nicht Herr Fleischhauer gemeint!!)
Comment von Gerda — 18. Januar 2011 @ 22:37