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DNA-Entnahme vollzogen

Ein Wochenlanger Kleinkrieg zwischen einem Antifa-Aktivisten und der Göttinger Polizei ist nun vorrüber. Martin R. hat sich am Freitag Vormittag „freiwillig“ seine DNA Entnehmen lassen.

In Begleitung seines Anwalts und zahlreicher Prominenz aus der Politik suchte Martin R. um 10 Uhr das Polizeirevier in der Groner Landstraße auf. Dort ließ er sich einen Abstrich aus der Mundhöhle abnehmen. Bereits nach zehn Minuten konnte er das Gebäude wieder verlassen.

„Wir haben ihn begleitet, um sicherzustellen, dass er keine weitere Repression erfährt“, sagte Landtagsabgeordneter Patrick Humke (Die Linke) gegenüber Monsters of Göttingen. „Damit auch die Polizei sieht: er ist nicht alleine.“ Neben Humke zeigten Gabriela Andretta (Landtagsabgeordnete der SPD), Moritz Keppler (Kreisvorstand der Grünen), Eckhardt Fascher (Kreistagsfraktion Die Linke), Norbert Hasselmann (Kreistagsfraktion Grüne) Moritz Braukmüller (Gewerkschaftssekretär verdi), Horst Reinert (Stadtverbandsvorsitzender SPD) und zahlreiche Freund_innen dem Aktivisten ihre Solidarität.

Martin R.’s Rechtsanwalt Sven Adam stellte den Antrag, die DNA seines Klienten unverzüglich mit möglichen Spuren zu vergleichen, die nach dem Anschlag auf die Ausländerbehörde im Kreishaus gefunden worden waren. Adam hatte vermutet, die DNA-Entnahme sei von der Staatsanwaltschaft aus diesem Grund beantragt worden, auch wenn sie ihren Antrag offiziell mit dem Werfen eines Böllers auf einer Demonstration begründete.

„Mit dem Kreishausverfahren hat mein Mandant aber nichts zu tun“, bekräftigte Adam gegenüber MoG. Durch den Vergleich der Probe mit den Spuren sei sichergestellt, „dass die Öffentlichkeit das auch erfährt“, so Adam. Dann werde Martin R. von jedem Verdacht frei gesprochen.

Der Antifa-Aktivist war zuvor zwei Wochen lang untergetaucht gewesen, um sich der DNA-Entnahme zu entziehen. Die Polizei fahndete in dieser Zeit bundesweit nach Martin R, angeblich soll in diesem Rahmen auch linken WGs in Berlin mit Hausdurchsuchungen gedroht wurden sein. Offenbar nahm die Polizei an, er könne sich dort verstecken. Am vergangenen Samstag war Martin R. dann auf einer Solidaritätsdemonstration wieder aufgetaucht. Bis zum heutigen Tag hatte die Polizei es unterlassen, den Aktivisten zwangsweise vorzuführen.

Die Antifaschistische Linke International hat für den Tag der DNA-Entnahme eine Kundgebung angekündigt. Sie beginnt demnach heute um 18 Uhr am Gänseliesel.

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5 Kommentare »

  1. danke für den text…allerdings, von „frewillig“ kann hier wirklich nicht die rede sein!

    Comment von antifa — 28. Januar 2011 @ 13:02

  2. http://www.inventati.org/ali/pics/2011/Repression/tagx_ani.gif

    Comment von antifa — 28. Januar 2011 @ 13:03

  3. Stimmt natürlich uns ist jetzt in Häkchen gesetzt. Freiwilliger als unter Anwendung von unmittelbarem Zwang wars ja schon.

    Comment von Rakete — 28. Januar 2011 @ 13:05

  4. Die Rote Hilfe Göttingen hat ein Sonderkonto („DNA“) für den Betroffenen und seinen weiteren politischen und juristischen Kampf eingerichtet. Bitte spendet zahlreich, auch kleinere Beträge summieren sich und helfen!

    http://rotehilfegoettingen.wordpress.com/

    Comment von Rote Hilfe Göttingen — 28. Januar 2011 @ 15:43

  5. http://www.hna.de/nachrichten/landkreis-goettingen/goettingen/linker-gibt-dna-probe-polizei-1100428.html

    Comment von Zeitungsleser — 28. Januar 2011 @ 20:33


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