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Nass, kalt, laut!

Trotz der widrigen Witterung beteiligten sich heute mehrere Hundert Antifaschist*innen an der Demonstration gegen Naziterror und Rassismus. Begleitet von einem üppigen Polizeiaufgebot bewegte sich die Demonstration Parolen skandierend durch die Göttinger Innenstadt – und ruinierte einigen Bürger*Innen den verregneten Weihnachtsmarktbesuch endgültig.

Die Demonstration begann am Gänseliesel, wo sich trotz des miserablen Wetters ca. 300 Antifaschist*innen versammelt hatten. Nach einigen Redebeiträgen, welche auch von den Weihnachtsmarkt-Besucher*innen positiv kommentiert wurden, bewegte sich die Demonstration lautstark durch die Innenstadt. Begleitet von ca. 80 Polizeikräften wurde einmal der Weihnachtsmarkt umrundet – zu Zwischenfällen kam es nicht. In verschiedenen Redebeiträgen wurden unterschiedliche Perspektiven auf die jüngste Nazi-Affäre beleuchtet; kritisiert wurde die Verharmlosung der Mordserie als „Bandenkriminalität“ durch die Medien und die andauernde Kriminalisierung antifaschistischen Engagements.

Weitergehend betonten die Demonstrant*Innen, dass man die Wurzeln dieses Nazi-Terrors nicht übersehen dürfe; unter dem Motto „wer von Faschismus reden will, darf vom Staat nicht schweigen“ wurden die gesellschaftlichen Hintergründe des Nazi-Terrorismus kritsiert. In den Redebeiträgen wurde unter anderem auf die enge Verknüpfung von Fremdenfeindlichkeit und den ökonomischen Produktionsverhältnissen hingewiesen. Auch die unrühmliche Rolle des Verfassungsschutzes in der Affäre wurde thematisiert. Dieser hatte die Taten des „national sozialistischen Untergrunds“ (NSU) angeblich nicht als rassistische Morde identifizieren können. Berichten zufolge könnte die Verbandelung von Verfassungsschutz und Neonazis im Fall der NSU jedoch weit ausgeprägter sein.

Die Resonanz bei den Weihnachtsmarktbesucherinnen fiel gemischt aus. Zwar zeigten nach der jüngsten Affäre viele Menschen Verständnis für das Anliegen. Zugleich wurden aber auch Demonstrant*innen von Passanten verunglimpft. Frei nach dem Motto „geht doch arbeiten!“ scheint manch Göttinger immer noch eher die antifaschistische Kultur und nicht den Naziterror als Problem zu empfinden.

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