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Kleine Lügen

Dass die Polizei keine unbedingt glaubwürdige Quelle ist, sondern eigene Interessen verfolgt und es dabei auch schonmal mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, haben wir in unserer Berichterstattung schon oft gezeigt. Dass das auch bei scheinbar trivialen Meldungen der Fall sein kann, zeigt ein aktuelles Beispiel um eine Zündelei an Göttingens Heinz-Erhardt-Statue.

In der Nacht zu Samstag versuchten Unbekannte, dass Denkmal am Weender Tor in Brand zu setzen. „Das Feuer konnte noch in der Entstehung von der Berufsfeuerwehr gelöscht werden. An der Skulptur entstand ein Sachschaden“, heißt es in der knappen Pressemitteilung der Göttinger Polizei dazu.

Zufällig passierte der Autor dieser Zeilen den Ort des Geschehens in genau dem Moment, als ein Löschzug der Berufsfeuerwehr mit großem Tamtam am Weender Tor stehen blieb und mehrere Feuerwehrmänner heraussprangen. Einzig ein Feuer war nirgends zu sehen. Der Einsatz der angeblichen Denkmals-Retter beschränkte sich auf die Feststellung, dass das Feuer ohne ihr Zutun bereits erloschen war. Erhardts Arm war leicht angekokelt, auf dem Boden lagen Reste einer offenbar angezündeten Jacke. Ähnlich schnell, wie die Feuerwehr gekommen war, verschwand sie auch wieder.

In den Zeitungen war am Montag anderes zu lesen. „Die Berufsfeuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, so dass nur die Hand der Verkehrspolizisten-Skulptur angekokelt wurde“, übernimmt die HNA die Darstellung der Polizei. Das Göttinger Tageblatt ergänzt korrekterweise mit dem Zusatz „nach Polizeiangaben“. Die Message, die bei den Leser*innen ankommt: Die Helden von der Feuerwehr haben Heinz Erhardt vor dem sicheren Flammentod gerettet. Dabei haben sie eigentlich gar nichts gemacht.

Den Journalisten ist hier kaum ein Vorwurf zu machen, schließlich waren sie nicht dabei. Und die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Information stellt sich bei so trivialen Sachverhalten eigentlich nicht. Wer sollte hier warum ein Interesse daran haben, zu lügen?

Fakt ist, dass die Pressemeldung der Polizei die Unwahrheit verbreitet hat. Ob dies seinen Ursprung in den Angaben der Feuerwehr hat oder aber einem polizeilichen Kalkül entspringt, bleibt unklar. Offen bleibt auch die Frage: was kann man denen denn überhaupt noch glauben?

Bildnachweis: Stadtarchiv Göttingen

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2 Kommentare »

  1. Und woher weiß ich, dass der Autor die Wahrheit schreibt?

    Comment von Hmm — 13. Dezember 2011 @ 21:00

  2. Na weil er das immer tut :)

    Comment von Rakete — 13. Dezember 2011 @ 23:35


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