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Aktion gegen den WKR-Ball

Das Haus der Burschenschaft Hannovera zu Göttingen wurde am Samstagabend offenbar Ziel eines Angriffs. Unbekannte bekennen sich als „Antifa Göttingen“ auf Indymedia Linksunten zu der Tat. Offenbar hatte sich die Hannovera Dr. Wolfgang Caspart als Redner eingeladen, einen rechten Vordenker aus Österreich. Die Studentenverbindung bewarb die Veranstaltung scheinbar nicht auf ihrer Website.

Dem Kommuniqué zufolge sollte Caspart einen Vortrag zum Thema „Das Gift des Neoliberalismus“ halten – was auch der Titel einer seiner Veröffentlichungen von 2008 ist. Ob die Veranstaltung tatsächlich stattfand ist indes unklar. Der Politikwissenschaftler Caspart ist selbst verbindungserfahren, so gehörte er der Alten Gymnasialverbindung Rugia an und ist Mitglied des Akademischen Corps Saxonia zu Wien. Wohl mit unfreiwillig ironischem Beiklang liest sich auf seiner Homepage der Satz: „Als ausgebildeter Psychologe, Ökonom und Philosoph arbeite ich in jenen Tätigkeitsfeldern, die Sie am rechten Rand vorfinden und abrufen können.“

Da ist was dran: Caspart ist Mitglied der FP / ULB, einer FPÖ-verwandten Organisation, war früher Funktionär der FPÖ-nahen „Österreichischen Hochschülerschaft im Ring Freiheitlicher Studenten“ und schreibt unter anderem für die als FPÖ-nah geltende Zeitschrift Aula – Das Freiheitliche Magazin und die Burschenschaftlichen Blätter. Manche Titel seiner Publikationen, wie „Revisionismus tut immer not!“ oder „Der Marxismus. Von der Weltrevolution zur Politischen Korrektheit“, lassen erahnen wohin die geistige Reise geht. Darüberhinaus setzte er sich einem Artikel auf Heise.de zufolge für den deutschen CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann ein, der nach antisemitischen Äußerungen in einer Rede aus seiner Bundestagsfraktion sowie der Partei ausgeschlossen wurde.

Öffentlich bewerben wollte die Burschenschaft den Vortrag offenbar nicht. Der Termin wird auf der Website zumindest nicht angekündigt. Die von kritischen Stimmen bisweilen selbst als rechtsextrem eingestufte Studentenverbindung hat sich schon des öfteren rechte Prominenz eingeladen. So wurde etwa 2009 einem Vortrag des Geschichtsrevisionisten Karlheinz Weißmann gelauscht. Ebenfalls 2009 soll ein Vortrag des Abtreibungsgegners und Alten Herren der Hannovera Manfred Libner auf dem Haus der Hannovera stattgefunden haben, Titel: „Ein Volk entsorgt seine Kinder. Die Normalität der Abtreibung und das Recht auf Leben im real existierenden Liberalismus“.

Auch den ehemaligen Brigadegeneral Reinhard Günzel hatte die Burschenschaft Hannovera in Zusammenarbeit mit der ebenfalls rechtsaußen stehenden Burschenschaft Holzminda 2004 zu einem Vortrag auf deren Haus eingeladen. Der angekündigte Vortrag von Günzel, dessen positive Bezugnahme auf die umstrittene Rede Hohmanns ihm 2003 die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand beschert hatte, hatte Ende 2004 heftige Proteste ausgelöst.

Die Angreifer stellen ihre Aktion in dem auf Indymedia Linksunten veröffentlichten Text in Zusammenhang mit dem anstehenden Ball des Wiener Korporationsring (WKR). Casparts Verbindung, das Corps Saxonia zu Wien, ist in diesem Verband organisiert. Der Ball wird in dem Schreiben als „eines der größten Events der populistischen und extremen Rechten Europas“ bezeichnet. Neben rechten Studentenverbindungen aus Österreich und Deutschland, so das Kommuniqué weiter, nähmen auch regelmäßig NPD-Mitglieder und Abgeordnete der französischen Partei Front National teil. Antifaschistische Gruppen mobilisieren schon länger zu den Protesten. Am 27.1. soll es in Wien eine Großdemonstration gegen den Ball geben.

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2 Kommentare »

  1. Wurde das Haus absichtlich schwarz-rot-gold beworfen?

    Comment von talesofdystopia — 22. Januar 2012 @ 18:00

  2. schwarz-rot-gold ist doch in ordnung.
    das is doch ne burschenschaft.

    Comment von raks — 9. Februar 2012 @ 23:03


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