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Free Pussy Riot

Für die sofortige Freilassung von drei inhaftierten Aktivistinnen der Moskauer Punk-Gruppe und -Band „Pussy Riot“ demonstrierten am Samstag recht spontan etwa 30 bis 40 Menschen. „Freiheit für Pussy Riot“ wurde skandiert, Flugblätter wurden verteilt. Aufmerksamkeit war ihnen sicher: Kurzerhand kaperten sie die Bühne der „Göttingen zieht an“-Modenschau mitten auf dem Marktplatz.

Den drei Aktivistinnen wird vorgeworfen, bei einem musikalischen Auftritt am 21. Februar beteiligt gewesen zu sein, der sich gegen das Patriarchat in Staat und Kirche richtete. Fünf Aktivistinnen hatten die Christ-Erlöser-Kathedrale maskiert kurzerhand zu ihrer Bühne gemacht. Vor dem Altar bekam in den Liedtexten nicht nur die Kirche, sondern auch Putin sein Fett weg. Die drei jetzt Inhaftierten bestreiten eine Beteiligung. Sie sind in Untersuchungshaft, die am vergangenen Donnerstag bestätigt und bis in den Juni verlängert wurde. Neben zahlreichen Protesten in anderen Städten haben auch Menschenrechtsorganisationen Protest bekundet. Amnesty International wertet die Haft der Aktivist_innen als politisch motiviert.

In Göttingen wurde kurzfristig zu der Spontandemonstration aufgerufen. Viele Demonstrant_innen waren in bunten Farben maskiert – eine Anspielung auf den typischen Auftritt von „Pussy Riot“. Der kleine Demonstrationszug zog direkt in die Fußgängerzone in Richtung Marktplatz. Dort veranstaltete das Göttinger Innenstadt-Marketing ProCity die „Göttingen zieht an“-Modenschau, die schon einige Besucher_innen vor die Bühne gelockt hatte. Ein Auftritt auf dieser Bühne war gerade vorbei, da zog der Demonstrationszug kurzerhand selbst auf die Bühne und wandte sich mit Megaphon kurz an das Publikum. Noch bevor zwei Polizeibeamte die Bühne räumen konnten, ging es dann auch schon wieder weiter.

Die Polizei war wohl von der Demonstration überrascht, aber zu tun gab es für sie dabei nichts. Das stieß bei Passanten hin und wieder auf Unverständnis: „Alle einsperren!“ war hier und da zu hören. Auch das Anliegen selbst war nicht immer ganz einfach zu kommunizieren: „Pussy Riot“ hat es hierzulande noch nicht in die Nachrichten geschafft. So konnten Passant_innen mit den skandierten Parolen und den Transparenten nicht viel anfangen. Um hier aufzuklären hatten einige Demonstrant_innen aber Informationszettel dabei und mühten sich, die an die Umstehenden zu bringen.

Nachdem die Fußgängerzone einmal durchquert war, ging es durch Seitenstraßen zum JuzI. Dort löste sich die Demonstration auf.

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