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Do. 3.5.: Celeste + Depths im JuZI

Manchmal ist die Welt voller Überraschungen… Dazu zählt der ungeheure Trend um Post Black Metal, der in der DIY-Szene schon seit einiger Zeit kursiert und inzwischen auch in Göttingen angekommen ist. Wer hätte schon vor ein paar Jahren gedacht, dass die Konzertgruppe Eins jemals ein Konzert mit einer massiv Black Metal-beeinflussten Bands veranstalten würde, selbstredend mit einem stilecht mit einem umgedrehten Kreuz verzierten Flyer?
Als ein mit Metal sozialisierter, sich linkspolitisch verstehender Mensch hatte ich nach einigen mehr als unangenehmen Erfahrungen mit dem rechten Fügel der Black Metal Szene über Jahre hinweg einen riesigen Bogen um alles gemacht, was mit der Black Metal-Szene auch nur im Entferntesten zu tun hatte.
Erfreulicherweise gründeten sich in den letzten Jahren jedoch eine Menge weitestgehend von der Black Metal-Kernszene losgelöster Bands, die sich überwiegend im DIY-Spektrum bewegen, eine Mischung aus Black Metal, Post Hardcore, Sludge und Post Metal spielen und sich von den klassischen Denkmustern des Black Metals so weit entfremdet haben, dass einige dieser Bands inzwischen auch in linken Kreisen relativ großen Zuspruch finden.
Zu einem guten Teil ist diese Entwicklung wohl auf den enormen Hype um die US-amerikanische Post Black Metal-Band Wolves in the Throne Room zurückzuführen, der unlängst sogar dazu führte, dass selbst in der Jungle World ein relativ wohlwollender Artikel über diese Musikrichtung zu lesen war (auch wenn hier mit den bösen H-Wörtern – „Hippies“ und „Hipster“ – nicht eben gegeizt wurde).

Mit Celeste spielt am kommenden Donnerstag eine Band im JuZI, die von dieser Entwicklung definitiv nicht unbeeinflusst geblieben ist. Bereits auf dem Debüt Misanthrope(s) von 2008 spielte die Band ein Post Hardcore/Sludge/Doom-Gemisch mit unverkennbarem Black Metal-Anteil; dieser erhöhte sich noch einmal deutlich den beiden nachfolgenden Alben Pessimiste(s) und Morte(s) Nee(s). Auf der Website von Denovali-Records gibt es alle Alben der Band in guter Qualität zum Download; Freund*innen langsamer, düsterer Musik mit „Post“-Vorzeichen (Neurosis, Cult of Luna und Konsorten) dürften hier genauso auf ihre Kosten kommen wie Anhänger modernerer Black Metal-Bands wie Altar of Plagues oder den unvermeidlichen Wolves in the Throne Room. Celeste sind übrigens bekannt dafür, massiv eingenebelt und in nahezu völliger Dunkelheit aufzutreten, die nur von kleinen roten Leuchten und Stroboskopeinsätzen durchbrochen wird – ich bin gespannt, wie das im JuZI funktionieren wird.

Als Opener spielen Depths, eine relativ junge Band aus Bielefeld, die bereits im vergangenen Oktober im Stilbrvch zu sehen war. Zu erwarten ist moderner, unstraighter Hardcore mit chaotischen Metal-Passagen. Abgedeckt wird das gesamte Geschwindigkeitsspektrum von schleppend-langsamen, sludgigen Parts bis in den Uptempo-Bereich, wo denn auch ab und an ein wenig Grind und Kruste durchschimmert. Wer auf einen Wechsel von Converge-artigen Disharmonien und ruhigeren melodischen Parts sowie auf extreme Kreisch-Vocals steht, sollte sich die Band ruhig einmal anhören.


Los geht es laut Facebook um 21:00. Da im Haus Donnerstags auch andere Treffen stattfinden, glaube ich jedoch, dass sich das Ganze etwas verzögern wird. Nur mal so am Rande…

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