Do. 02.12.: Vortrag: Pluralistische Erinnerungslandschaft in Polen. Grundtendenzen der Erinnerungskultur nach der politischen Wende von 1989
In dem Vortrag sollen, laut Ankündigung der VeranstalterInnen, die Grundtendenzen in der polnischen Erinnerungskultur skizziert werden: Wie werden in Polen der Nationalsozialismus und die deutschen Kriegsverbrechen diskutiert? Wie wird der Opfer gedacht? Kann von einem Paradigmenwechsel hin vom Opfer- zum Täterparadigma gesprochen werden? Benannt werden vor diesem Hintergrund die Fragen des polnischen Antisemitismus, des Umgangs mit der Vergangenheit sowie der kollektiven Identität der Pol_innen angesichts der politischen Umwälzungsprozesse von 1989. Ebenso wird die Referentin Anna Musiol die polnischen Debatten zu den deutschen in Bezug setzen.
Anna Musioł M. A ist zur Zeit Doktorandin und promoviert zu dem Thema „Erinnern und Vergessen – Erinnerungskulturen im Lichte der deutschen und polnischen Vergangenheitsdebatten“. Die Referentin war mehrere Jahre in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau tätig.
um 20.00 Uhr
im DGB-Haus, Weender Landstraße 6, 37073 Göttingen, Veranstaltungssaal 5. Stock
Veranstaltet von der DGB-Jugend Südniedersachsen/ Harz
Nach über dreißig Jahren Anstellung im Einzelhandel in einer Kaiser’s-Filiale wurde der Kassiererin Barbara E., genannt Emmely, fristlos gekündigt. Ihr wird unterstellt, sie habe Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen. Ihre Klage vor dem Arbeitsgericht wurde abgewiesen, das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes steht noch aus. Fehlurteile dieser Art gab es in den letzten Jahren mehrfach. So wurde einer Altenpflegerin gekündigt, weil sie vom Mittagessen übrig gebliebene Maultaschen verzehrte. In Künzelsau verlor eine Küchenangestellte wegen drei trockener Brötchen ihre Arbeit. In Westfalen reichen dafür zwei halbe belegte Brötchen und eine Frikadelle. In allen Fällen argumentierten ArbeitgeberInnen und Gerichte mit dem nachhaltig gestörten Vertrauensverhältnis, für das der Wert der jeweiligen Unterschlagung unerheblich sei. Am Fall Emmely wird jedoch deutlich, dass es in Wirklichkeit um ganz andere Dinge geht. Nicht die angeblichen 1,30 Euro zerstörten das Vertrauensverhältnis, sondern Emmelys konsequentes Eintreten für ihre Interessen im Rahmen von Tarifauseinandersetzungen, auch gegen den Druck ihrer Vorgesetzten.
Für einigen Wirbel hat ein KZ-Vergleich des Duderstädter Ehrenbürgermeisters und Landtagsabgeordneten Lothar Koch (CDU) im Dezember 2011 gesorgt. Die Geschichtswerkstatt Duderstadt kritisierte Koch und die Stadt und pochte auf eine inhaltliche Distanzierung. Die Verharmlosung von NS-Verbrechen sei nicht mit dem offiziellen Gedenken der Stadt an die Opfer des Nationalsozialismus vom 27. Januar vereinbar. Den Weg in die Öffentlichkeit suchte die Geschichtswerkstatt über das Eichsfelder Tageblatt, doch das ET weigerte sich aus verschiedenen Gründen die Stellungnahmen des Vereins zu veröffentlichen.
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