MONSTERS OF GÖTTINGEN http://monsters.blogsport.de subkultur. popkultur. mainstream. Thu, 09 Feb 2012 20:29:13 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Di. 14.2.: Frauenkneipe im Café Kabale http://monsters.blogsport.de/2012/02/08/di-31-1-frauenkneipe-im-cafe-kabale/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/08/di-31-1-frauenkneipe-im-cafe-kabale/#comments Wed, 08 Feb 2012 22:55:45 +0000 Fernseherin Kabale Termine http://monsters.blogsport.de/2012/02/08/di-31-1-frauenkneipe-im-cafe-kabale/ Die einzige explizite Frauenkneipe der Stadt gibt es regelmäßig im Kabale. Warum? Na weil es für Frauen in gemischten Kneipen nicht immer angenehm ist. Jeden Dienstag ab 20:30 Uhr heißt es hier also an der Tür „Ladies only!“ Only Ladies stehen auch hinter der Theke, männliche Kollektivmitglieder dürfen aber in der Küche schuften.

Ab 20:30 Uhr

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Sa. 11.2. : SRK vs. Breakbeat Universe im Stilbrvch http://monsters.blogsport.de/2012/02/05/sa-11-2-srk-vs-breakbeat-universe-im-stilbrvch/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/05/sa-11-2-srk-vs-breakbeat-universe-im-stilbrvch/#comments Sun, 05 Feb 2012 22:59:07 +0000 topf Party Konzert Termine http://monsters.blogsport.de/2012/02/05/sa-11-2-srk-vs-breakbeat-universe-im-stilbrvch/ Anhänger diverser Spielarten Breakbeatlastiger Musik sind an diesem Samstag ins Stilbrvch eingeladen. Präsentiert von Schwarzrotkollabs und Breakbeat Universe gibt es dort am Samstag wiedermal basslastige und tanzbare Musik. An den Turntables hat sich die Lokalprominenz der Drum`n´Bass und Dubstep -Szene diesmal Unterstützung geholt:

Headliner Cooh alias Balkansky aus Budapest wird Drum`n`bass auf sehr hohem Niveau servieren. Als international erfolgreicher DJ und einer der Pioniere des neueren Breakbeat-Styles aus Osteuropa ist dabei Tanzbarkeit wohl garantiert – genug Kondition vorausgesetzt. Vielleicht springen auch ein paar Tracks seines Alter Egos „Balkansky“ dabei rum, der Kram gehört wohl zum schicksten, was die Osteuropäische Szene zu bieten hat.

Typecell aus Kassel mixt ebenfalls Drum`n´bass, allerdings finden sich bei seiner Musik auch viele Einflüsse aus den Bereichen Dubstep und Techstep. Weitergehend legt die Breakbeat Universe Crew (Maria Terror, Indian Junglist, Cemek) auf, zudem wird auch U4ea auflegen.

Los gehts um 23 Uhr im Stilbrvch, der Eintritt beträgt 5€.

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Fr. 10.2.: Fliehende Stürme + Der Rest im JuZI http://monsters.blogsport.de/2012/02/05/fr-10-2-fliehende-stuerme-der-rest-im-juzi/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/05/fr-10-2-fliehende-stuerme-der-rest-im-juzi/#comments Sun, 05 Feb 2012 00:30:00 +0000 Labo JuZI Konzert Termine Tipp! http://monsters.blogsport.de/2012/02/05/fr-10-2-fliehende-stuerme-der-rest-im-juzi/ Fliehende Stürme Die JuZI-Konzertgruppe 2 hat in letzter Zeit nicht häufig von sich hören lassen, und wenn, dann (ein bisschen zu) oft mit Konzerten mit eher seltsamen Bands, die kurz darauf wieder abgesagt wurden. Mit dem diesen Freitag stattfindenden Konzert ist der Gruppe hingegen ein relativ großer Wurf gelungen. Fliehende Stürme ziehen mit recht hoher Wahrscheinlichkeit überregional Leute an, ich schätze daher, dass dieses Konzert zu den vollsten JuZI-Konzerten des Jahres zählen wird.

Fliehende Stürme dürften wohl den meisten Menschen ein Begriff sein, die sich mit deutschem Punk auseinandergesetzt haben. Die Band entstand bereits Mitte der achtziger Jahre aus der Stuttgarter Punk-Band Chaos Z, nachdem diese sich musikalisch mehr und mehr von dem Hardcore/Punk ihrer Anfangstage entfernt hatten und aus diesem Grund beschlossen, die Band unter neuem Namen weiterzuführen. Die bereits bei den späteren Chaos Z-Aufnahmen wahrnehmbaren Wave-Einflüsse traten bei den Fliehenden Stürmen noch weiter in den Vordergrund, die Punk-Wurzeln blieben in ihrer Musik jedoch immer präsent. Meist werden die Fliehenden Stürme als Depro-Punk oder Wave-Punk gelabelt; eine griffige Beschreibung für ihre Musik zu finden, ist nicht gerade einfach, zumal die Band zusammen mit EA80 maßgeblich prägend für diesen Stil war.
Die klassische Punk-Instrumentierung wird bei den Fliehenden Stürmen durch Synthies und vereinzelten Drumcomputer-Einsatz erweitert; eine zentrale Rolle spielen die sehr persönlichen, manchmal etwas kryptischen deutschen Texte von Sänger/Gitarrist Andreas Löhr. Wer auf fröhliche und aufheiternde Musik steht, sollte lieber einen weiten Bogen darum machen, denn die Band lebt von der niederdrückenden und deprimierenden Atmosphäre, die ihre Musik erzeugt.

Mit von der Partie ist Der Rest, eine Band, deren Musik ich mangels besserer Bezeichnungen (auch wenn auf dem Flyer etwas anderes steht) am ehesten als Indiepop bezeichnen würde, und die aus Hamburg kommt, was auch zu hören ist. Die Band um Filmemacher und Musikproduzent Philip Taraz verbindet akustische Klänge mit nachdenklichen und poetischen Texten. Am besten klingt Der Rest in den düsteren, melancholischen Passagen, die wohl der Grund dafür sein dürften, weshalb eine Tour mit den Fliehenden Stürmen zustande gekommen ist. Mit Sicherheit gut gemachte, gefühlvolle, durchdachte Musik, die viele Leute ansprechen dürfte, aber überhaupt nicht meine Baustelle. Etwas zu artsy-fartsy für meinen Geschmack.

Los geht es vermutlich um etwa 22:00 im JuZI.

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Fr. 10.2.: Nazis wegrocken im Stilbrvch http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-nazis-wegrocken-im-stilbrvch/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-nazis-wegrocken-im-stilbrvch/#comments Sat, 04 Feb 2012 22:59:58 +0000 Fernseherin Party Termine http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-nazis-wegrocken-im-stilbrvch/ Best of Indie, Soul and Sixties mit dem Karrachovogel gibt es im VG-Keller im Anschluß an die Veranstaltung mit den letzten Infos zum Naziaufmarsch am 13.2. in Dresden.

Beginn um 22:00 Uhr

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Fr. 10.2.: Rock gegen Rheuma in der Musa http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-rock-gegen-rheuma-in-der-musa/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-rock-gegen-rheuma-in-der-musa/#comments Sat, 04 Feb 2012 22:59:56 +0000 Fernseherin Party Termine Musa http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-rock-gegen-rheuma-in-der-musa/ Rock gegen Rheuma richtet sich an, der Name sagt es, ältere Partygänger_innen und solche die es werden wollen. „Wenn DJ Albi im musa-Saal auflegt, bleibt kein Bein still am Boden stehen und Jung und Alt rocken zusammen bis es wieder Hell ist!!!“

Weitere Infos: http://albi-musik.de/

Ab 21:00 Uhr

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Fr. 10.2.: Zartbitter-Party in der Tangente http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-zartbitter-party-in-der-tangente/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-zartbitter-party-in-der-tangente/#comments Sat, 04 Feb 2012 22:59:22 +0000 Fernseherin Tangente Party Termine http://monsters.blogsport.de/2012/02/04/fr-10-2-zartbitter-party-in-der-tangente/ Die Zartbitter-Party ist wohl das älteste, was Göttingen in Sachen Alternative, Emo, Indie und New Noise zu bieten hat. Jeden ersten Mittwoch im Monat in der Tangente und das seit unzähligen Jahren – und auch an diesem Mittwoch.

Musikwünsche werden gern auch schon vorher unter www.zartbitterparty.de entgegengenommen.

Beginn um 22:00 Uhr

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Mehr als nur eine „spontane“ Entgleisung http://monsters.blogsport.de/2012/02/03/mehr-als-nur-eine-spontane-entgleisung/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/03/mehr-als-nur-eine-spontane-entgleisung/#comments Fri, 03 Feb 2012 19:04:35 +0000 hank scorpio Lokalpolitik Hintergrund featured http://monsters.blogsport.de/2012/02/03/mehr-als-nur-eine-spontane-entgleisung/ Ein KZ-Vergleich des Ehrenbürgermeisters der Stadt Duderstadt und Mitglied des Landtags, Lothar Koch (CDU) im Dezember 2011 hat für einigen Wirbel gesorgt. Die Geschichtswerkstatt Duderstadt kritisierte Koch und die Stadt und pochte auf eine inhaltliche Distanzierung. Die Verharmlosung von NS-Verbrechen sei nicht mit dem offiziellen Gedenken der Stadt an die Opfer des Nationalsozialismus vom 27. Januar vereinbar. Den Weg in die Öffentlichkeit suchte die Geschichtswerkstatt über das Eichsfelder Tageblatt, doch das ET weigerte sich aus verschiedenen Gründen die Stellungnahmen des Vereins zu veröffentlichen. ]]> Lothar Koch (CDU)Für einigen Wirbel hat ein KZ-Vergleich des Duderstädter Ehrenbürgermeisters und Landtagsabgeordneten Lothar Koch (CDU) im Dezember 2011 gesorgt. Die Geschichtswerkstatt Duderstadt kritisierte Koch und die Stadt und pochte auf eine inhaltliche Distanzierung. Die Verharmlosung von NS-Verbrechen sei nicht mit dem offiziellen Gedenken der Stadt an die Opfer des Nationalsozialismus vom 27. Januar vereinbar. Den Weg in die Öffentlichkeit suchte die Geschichtswerkstatt über das Eichsfelder Tageblatt, doch das ET weigerte sich aus verschiedenen Gründen die Stellungnahmen des Vereins zu veröffentlichen.

Eigentlich sollte am 12. Dezember 2011 in der Ratssitzung der Stadt Duderstadt über Denkmalschutz diskutiert werden. Doch die Debatte führte zwischenzeitlich zu einem Eklat, nachdem Lothar Koch den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Hans-Georg Schwedhelm, im Podium mehrfach durch Zwischenrufe störte. Als Schwedhelm den Ratsvorsitzenden Bernward Vollmer (CDU) bat, Koch zur Ordnung zu rufen, entgegnete Koch: „Ich bin hier doch nicht im KZ!“. „Was haben Sie gesagt?“, fragte Schwedhelm staunend. Dann bat der Grünen-Fraktionschef den Ratsvorsitzenden Vollmer, Koch für seine Aussage zu rügen. Vollmer entgegnete: „Sie haben doch das Wort. Fahren Sie mit Ihren Ausführungen fort.“ Schwedhelm verließ jedoch das Podium und setzte sich. Kurz darauf ergriff Koch das Wort um seine Äußerung nochmals zu erläutern: „KZ steht für mich für nicht vorhandene Gedanken- und Redefreiheit“ (Im Protokoll zur Ratssitzung wird dieser Vorfall nicht erwähnt). Am Folgetag entschuldigte sich Koch auf Anfrage des Eichsfelder Tageblatts mit den Worten: „Das war spontan, aber völlig unangemessen.“

Götz Hütt von der Geschichtswerkstatt Duderstadt erfuhr davon aus der Zeitung. Entrüstet schrieb er einen Leserbrief, der auf der Seite des Vereins zu finden ist. Das Eichsfelder Tageblatt hatte den Leserbrief nämlich nicht abgedruckt. Auf Anfrage von Monsters of Göttingen, entgegnete Ulrich Lottmann von der Redaktion des Eichsfelder Tageblatts, dass für Leserbriefe „kein Anspruch auf Veröffentlichung“ bestünde. In dem Brief heißt es wörtlich:

„Koch sagte weiter: „KZ steht für mich für nicht vorhandene Gedanken- und Redefreiheit.“ Für die Häftlinge dagegen bedeuteten die Konzentrationslager noch ganz anderes: Entwürdigung, Hunger, körperliche Gewalt, Massenmord. Die Äußerungen von Lothar Koch verharmlosen also das KZ-System auf unerträgliche Weise. Der CDU-Politiker kann sich deshalb nicht einfach mit der Floskel „völlig unangemessen“ aus der Affäre ziehen wollen, sondern muss seine Äußerungen inhaltlich begründet zurücknehmen, will er sein durch ihn selbst beschädigtes Ansehen als Volksvertreter im demokratischen Rechtsstaat wiederherstellen.“

Koch hüllt sich derweil in Schweigen. Für eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorwürfen der Geschichtswerkstatt Duderstadt war er auf Anfrage bisher nicht zu erreichen. Sein Sprecher verwies auf den vollen Terminkalender des Landtagsabgeordneten. Hütt betonte gegenüber Monsters of Göttingen, dass Koch die Richtigkeit seiner Zitate in einem Telefonat mit ihm nicht bestritten hätte. Doch die Frage, ob er seiner Entschuldigung noch eine ausführliche, inhaltliche Stellungnahme hinzufügen wolle, oder ob die Debatte für ihn damit beendet sei, ist bisher nicht beantwortet.

Nachdem der Leserbrief keinen Weg in die Öffentlichkeit fand, wendete sich die Geschichtswerkstatt Duderstadt mit einer Pressemitteilung an das Eichsfelder Tageblatt. Darin wirft der Verein Koch eine gestörte Geschichtswahrnehmung vor. Auch der Ratsvorsitzende Vollmer wird dafür kritisiert, dass er Koch nicht gerügt habe (die SPD-Opposition im Stadtrat Duderstadt teilt diese Kritik und wirft Vollmer vor, nicht unparteiisch genug für sein Amt zu sein). Die hohen Vertreter der Stadt Duderstadt, Koch und Vollmer sollten ihr Verhalten unverzüglich revidieren, sonst sei das offizielle Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2012 unglaubwürdig, heißt es weiter. Doch auch die Pressemitteilung der Geschichtswerkstatt Duderstadt wurde nicht abgedruckt. ET-Redakteur Lottmann begründet diesen Vorgang mit der Tatsache, dass darin nichts Neues stünde, da sie sich auf die Tageblatt-Berichterstattung beziehe. Lottmann zu Folge habe das Eichsfelder Tageblatt „ausführlich (am 14. Dezember, am 10. Januar und am 17. Januar) zur Sache und über deren Folgen berichtet“ und die Redaktion würde das auch in Zukunft tun. Die Geschichtswerkstatt beziehe sich in Ihren Stellungnahmen auf die Tageblatt-Berichterstattung und zitiere daraus, fügt Lottmann hinzu.

Am 27. Januar, dem offiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, unternahm die Geschichtswerkstatt Duderstadt einen letzten Versuch, um die Öffentlichkeit auf den Widerspruch zwischen KZ-Vergleich und Opfergedenken aufmerksam zu machen. Der Verein versuchte eine Anzeige im Eichsfelder Tageblatt zu schalten. Darin heißt es: „Die Verharmlosung von Konzentrationslagern im Stadtrat durch Lothar Koch, gebilligt durch das Schweigen einer großen Mehrheit, ist unvereinbar mit der heutigen Gedenkfeier der Stadt für die Opfer des Nationalsozialismus und muss inhaltlich zurückgenommen werden.“ In der Ausgabe des Eichsfelder Tageblatts vom 27. Januar war diese Anzeige jedoch nicht zu finden. Wie auf der Homepage der Geschichtswerkstatt zu lesen ist, habe das Blatt diesen Schritt damit begründet, dass die Anzeige „meinungsbildend“ sei, was sich nicht mit der Überparteilichkeit der Zeitung vereinbaren lasse.

Die Frage drängt sich auf, warum politische Parteien in ihren Anzeigen meinungsbildend auf die Öffentlichkeit einwirken dürfen, ein Verein wie die Geschichtswerkstatt Duderstadt jedoch nicht. Misst das Eichsfelder Tageblatt hier mit zweierlei Maß? Lottmann vom ET verneint und verweist darauf, dass er nicht dazu berechtigt sei, „eine Entscheidung der Anzeigenabteilung zu kommentieren“. Die Sicht der Redaktion sei jedoch, dass Parteien „eine verfassungsrechtliche Aufgabe (Artikel 21 GG)“ erfüllten, was für die Geschichtswerkstatt Duderstadt nicht gelte, wobei deren „kulturelle und lokalhistorisch wichtige Funktion damit nicht in Abrede gestellt“ werden solle.

Inwiefern Vertreter politischer Parteien mit einer „verfassungsrechtlichen Aufgabe“ meinungsbildend auf die Öffentlichkeit einwirken dürfen, zeigt die Reaktion Wolfgang Noltes (CDU), Bürgermeister der Stadt Duderstadt. Wie einem Bericht des Stadtradio Göttingens zu entnehmen ist, verteidigte Nolte das offizielle Gedenken der Stadt und wies die wiederholte Kritik der Geschichtswerkstatt Duderstadt zurück: Er selbst „habe bei der Veranstaltung die zweifelsfreie Position der Stadtverwaltung sowie des Rates gegen eine Verharmlosung der Verbrechen der NS-Zeit dargelegt. Oberlehrerhafte Belehrungen seien Fehl am Platze. Weiter verwies Nolte darauf, dass Koch seine Äußerungen öffentlich bedauert habe und zudem überzeugend für die Mahn- und Erinnerungsarbeit stehe.“

Koch hat sich entschuldigt, keine Frage. Aber schöne Worte allein liefern noch keine Erklärung für sein Verhalten. Wenn einem langjährigen, erfahrenen Lokal- und Landespolitiker wie Lothar Koch „spontan“ ein KZ-Vergleich rausrutscht, zieht das seine „Mahn- und Erinnerungsarbeit“ sowie seinen politischen Stil jedenfalls in Zweifel. Dass die Kritik an einem KZ-Vergleich nicht durch politische Standardfloskeln zu beseitigen ist, zeigt ein Beispiel aus der Nachkriegsgeschichte. In der Abtreibungsdebatte wird und wurde regelmäßig der Auschwitz-Vergleich bemüht, wie etwa 1979 durch den CSU-Politiker Hartwig Holzgartner: „Die Nationalsozialisten haben die Juden getötet, und die internationalen Sozialisten töten ungeborenes Leben. Das, was in unserem Volke geschieht, ist exakt der Weg zurück nach Auschwitz“ (DER SPIEGEL, 13.8.1979, S. 31, in: Eitz/Stözel, Wörterbuch der „Vergangenheitsbewältigung“, Hildesheim 2007, S. 77). Edmund Stoiber nannte die Äußerungen seines Parteifreundes damals „sicherlich überzogen und unglücklich“ (DER SPIEGEL, 13.8.1979, S. 31, in: Ebd., S. 78). Kochs Rhetorik geht in eine ähnliche Richtung, wenn er seine Äußerung als „völlig unangemessen“ bezeichnet.

Die Forderung der Geschichtswerkstatt Duderstadt, dass Koch sich inhaltlich mit seinem KZ-Vergleich auseinandersetzen müsse, ist durchaus berechtigt. Die Notwendigkeit der inhaltlichen Auseinandersetzung zeigt auch das Beispiel Holzgartners. Mit politischen Standardfloskeln à la Edmund Stoiber ließ sich die Debatte um Holzgartners Auschwitz-Vergleich nicht einfach ad acta legen. Starkem politischen Druck ausgesetzt, sah er sich gezwungen, sich inhaltlich von seiner Aussage zu distanzieren: Um sein Bedauern zum Ausdruck zu bringen, zog er das Beispiel seines eigenen Vaters heran, der sieben Jahre im KZ saß (vgl. Ebd., S. 78).

Auch Helmut Kohl machte im Wahlkampf 1986/87 mit einem unrühmlichen Auschwitz-Vergleich von sich Reden. Seine Aussage „die DDR halte ‚über 2000 Gefangene in Konzentrationslagern“ hat DIE ZEIT damals folgendermaßen kommentiert: „Doch die Erinnerung an die KZs, an die Vernichtungsmaschinerie Hitlers, das paßt nicht einmal zu Bautzen. Auschwitz oder Treblinka entziehen sich vorerst – und hoffentlich auf Ewigkeiten – jedem Vergleich, zumal aus deutschen Munde.“ (DIE ZEIT, 9.1.1987, S. 1, in: Ebd., S. 79).

Koch reiht sich mit seinem Vergleich in eine lange Tradition von KZ-, beziehungsweise Auschwitz-Vergleichen seit 1945 ein. Er ist kein isolierter Einzelfall. Der Blick in die Nachkriegsgeschichte zeigt, mit wie viel Leichtsinn der KZ-Vergleich ständig bemüht wird und wurde und welche kontroversen Debatten solche Vergleiche nach sich ziehen. Allerdings besteht ein Unterschied darin, ob der KZ-Vergleich im Rahmen einer vermeintlich rationalen Argumentationskette, wie bei Holzgartner und Kohl, oder durch spontane Entgleisung, wie bei Koch, angewendet wird. Bleibt zu fragen, was schlimmer ist: Spontan und reflexartig oder rational kalkulierend zu entgleisen? In dieser Debatte gibt es zumindest noch einigen Klärungsbedarf.

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Mi. 08.02.: Konzert mit Bloodgroup im Apex http://monsters.blogsport.de/2012/02/02/mi-08-02-konzert-mit-bloodgroup-im-apex/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/02/mi-08-02-konzert-mit-bloodgroup-im-apex/#comments Thu, 02 Feb 2012 22:44:02 +0000 Moped APEX Konzert http://monsters.blogsport.de/2012/02/02/mi-08-02-konzert-mit-bloodgroup-im-apex/ Klischees besagen, Island habe nicht mehr zu bieten als Geysire und Vulkane. Bloodgroup ist der Gegenbeweis. Mit ihrer herausragenden Live-Performance, eingängigen Melodien und handgemachter elektronischer Musik kann sich die 2006 gegründete Band nämlich durchaus als beste Werbung für ihr Heimatland bezeichnen lassen. 2007, nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Sticky Situation“ wurde Bloodgroup schnell als eine der interessantesten Bands Islands gehandelt und verbrachte die beiden folgenden Jahre damit, ihre Live-Qualitäten auf Festivals wie dem SXSW in Austin CMJ in New York, NXNE in Toronto, dem Roskilde Festival in Dänemark, Eurosonic in den Niederlanden und Iceland Festival unter Beweis zu stellen.

Das 2009 erschienene zweite Album „Dry Land“ und die Single „My Arms“ wird seither auf das Höchste von der Fachpresse gelobt, erhielt den Kraumur Award als „Bestes Album des Jahres“ und rotiert auf den isländischen Radiostationen. Nun wird „Dry Land“ erneut vom Label AdP-Records veröffentlicht und ist damit bereit, auch den deutschen Markt zu erobern. Die Göttinger Freunde der Musiknation Island haben mit dem aktuellen Konzert von Bloodgroup nun die Gelegenheit, ihre Hörerfahrungen um eine bemerkenswerte Facette zu bereichern.

So der Veranstaltungstext, los gehts um 20.30 Uhr im Apex!!

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Mi. 8.2.: „Geschichtsrevisionismus – Wie Nazis die Geschichte verdrehen“ im Verfügungsgebäude am Campus http://monsters.blogsport.de/2012/02/02/mi-8-2-geschichtsrevisionismus-wie-nazis-die-geschichte-verdrehen-im-verfuegungsgebaeude-am-campus/ http://monsters.blogsport.de/2012/02/02/mi-8-2-geschichtsrevisionismus-wie-nazis-die-geschichte-verdrehen-im-verfuegungsgebaeude-am-campus/#comments Thu, 02 Feb 2012 21:00:51 +0000 Fernseherin Vortrag Termine http://monsters.blogsport.de/2012/02/02/mi-8-2-geschichtsrevisionismus-wie-nazis-die-geschichte-verdrehen-im-verfuegungsgebaeude-am-campus/ Zu dieser Veranstaltung liegen uns leider keine weiteren Informationen bezüglich des Inhalts vor. Auch nicht die Raumnummer. Solche Informationen dürfen gerne in die Kommentarspalte gepostet werden.

Beginn um 19:00 Uhr

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RAZ bekennt sich zu Anschlägen in Göttingen http://monsters.blogsport.de/2012/01/31/raz-bekennen-sich-zu-anschlaegen-in-goettingen/ http://monsters.blogsport.de/2012/01/31/raz-bekennen-sich-zu-anschlaegen-in-goettingen/#comments Tue, 31 Jan 2012 17:32:03 +0000 Fernseherin Hintergrund featured http://monsters.blogsport.de/2012/01/31/raz-bekennen-sich-zu-anschlaegen-in-goettingen/ ]]> Die Anschläge auf das Amtsgericht und die Teeküche im Kreishaus gehen womöglich auf das Konto einer Revolutionären Aktionszelle. Auf der Internetplattform Indymedia Linksunten ist heute ein Kommuniqué der Gruppe aufgetaucht. Darin bekennt sie sich zu den Anschlägen auf das Göttinger Gerichtsgebäude anfang Dezember 2011 und die Teeküche des Kreishauses im Januar 2010. Ob das Schreiben authentisch ist, ist unklar. Bisher gab es keine Selbstbezichtigungen zu den Taten. Die Ermittlungen zum Kreishausbrand hatten unter fragwürdigen Umständen eine Hausdurchsuchung in der Roten Straße nach sich gezogen, waren letztlich aber im Sande verlaufen.

Möglicherweise kommt nun wieder Schwung in die Sache. „Wir übernehmen die verantwortung für 2 brand- bzw. sprenganschläge gegen einrichtungen der staatlichen abschiebemaschinerie zum einen. und zum anderen gegen die staatliche repression (justiz) als austragungsort für das zusammenspiel und funktionieren von ausbeutung und unterdrückung […]“ – so beginnt die umfangreiche Erklärung der RAZ. Man habe „in den frühen morgenstunden etwa 09.00 uhr des 22.januar 2010 […] einen brandsatz herkömmlicher art mit (un-)konventionellen zünder und einen kompinierten brand-/sprengsatz vom typ ähnlich der gasaki […] im gebäude des landkreises“ gezündet. Dabei sei aber niemand bewusst gefährdet worden, man habe Vorsicht walten lassen und darauf geachtet, dass niemand in der Nähe sei: „erst daraufhin zündeten wir unser mitgebrachtes geschenk, um für einen tag ruhe/ ausnahmezustand zu haben von behörden-willkür und ihrer abschiebepraxis.“ Das Stück Pappe, das in Tatortnähe gefunden wurde, und die Mantrailer der Polizei in die Rote Straße geführt hatte, sei aus einem Altpapiercontainer genommen worden.

Nach dem Anschlag habe man sich weiter radikalisiert. „um unsere entschlossenheit zu manifestieren […] machten wir anlassbezogen am 02. dezember 2011 einen diesmal mitternächlichen spaziergang zum hintereingang des amts-/landgerichts […]“, „[…] welches wir mit einer unkonventionellen, transformierten gasaki heimsuchten“. Mit Gasaki ist die unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung gemeint, die erhebliche Schäden an den Fenstern des Eingangsbereichs hinterlassen hatte. Dieser Anschlag, bei dem neben RAZ-Graffiti auch die Parole „Nazis morden der Staat schiebt ab“ an das Gebäude gesprüht wurde, wird in dem Schreiben neben der Rolle der Justiz bei Abschiebungen auch in den Kontext der Enthüllungen um den NSU und dessen angebliche, bisher nicht belegte Verbindungen zum Verfassungsschutz gestellt.

Der mitunter schwer lesbare Text mutet mit seinen langen Sätzen voller Rechtschreib- und Grammatikfehler skurril an. Teilweise scheint er so entstellt, dass sich der Sinn einzelner Formulierungen kaum erschließt. Beispielsweise ist von „nicht (un-)eingeschränkter solidarität“ die Rede. Auch ist unklar, ob der Text tatsächlich Täter_innenwissen enthält, das die Verfasser_innen als Täter_innen ausweist. Daher sind Zweifel an der Authentizität des Schreibens angebracht. Einzelne Kommentare machen sich darüber lustig. Möglicherweise ist der Text aber auch bewusst so angelegt, um Rückschlüsse auf die tatsächlichen Verfasser_innen mittels linguistischer Analysen zu erschweren. An verschiedenen Stellen wird deutlich, dass großer Wert auf die Verschleierung von Spuren gelegt wird. Pikant: Der Text bemerkt am Schluss, dass eine Bauanleitung für die beim Kreishausanschlag verwendete USBV beigefügt sei. Diese erscheint bei Indymedia Linksunten aber nicht unter dem Text. Man wolle, so das Kommuniqué, zur Nachahmung anregen: „trotz alledem lässt sich mit kreative sachverstand sicher auch aus einem wasserkocher einiges rausholen, was der revolution und der sabotage dienlich sind. vor allem wollen wir aber zum nachbau und zweckbespezifischen einsatz animieren!“

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